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OVB, 28.10.16

„Carmen“ hat eine neue Geschichte

Spanische Tänze, Romanzen, Musette Walzer und Suiten konnten Klassikliebhaber beim Kammerkonzert „Viva España!“ im Edlinger Krippnerhaus genießen.

Die musikalische Reise durch Spanien bot ein attraktives Programm zwischen Romantik und Moderne, das mit einer Neuinterpretation von „Carmen“ seinen Höhepunkt fand.

 

Seit 2009 bereichert „Klassik im Krippnerhaus“ das kulturelle Angebot im Landkreis. Die themenbezogenen Konzerte sind weit über Edling hinaus bekannt und in der Regel ausverkauft. Das Herbstkonzert „Viva España!“ entführte in südliche Regionen und verzauberte mit einer stimmigen Auswahl von Werken spanischer, französischer und deutscher Komponisten.

 

Yume Hanusch und Stefan Unterhuber eröffneten den Abend vierhändig am Klavier. Schon das erste Stück, ein feuriger Spanischer Tanz in Es-Dur aus „Nouvelles Danses Espagnoles“ von Moritz Moszkowski, sorgte für Begeisterung. Moszkowski wurde 1854 in Breslau geboren. Er war einer der herausragenden Komponisten seiner Zeit und etablierte die Salonmusik. Später aber gerieten Name und Werk des Pianisten nahezu in Vergessenheit.

 

Flötistin Alice Guinet, Violinistin Marija Hackl und Cellistin Birgit Saßmannshaus, Yume Hanusch und Stefan Unterhuber setzten in wechselnder Besetzung den spanisch inspirierten Reigen mit Kostbarkeiten der Kammermusik fort.

Es folgten stimmungsvolle Romanzen, Suiten und Musette-Walzer. Pablo de Sarasate komponierte um 1898 die „Romanza Andaluza“. Der Tanz des Geigers aus Pamplona für Violine und Klavier faszinierte ebenso wie eine Komposition des Franzosen Francis Poulenc aus dem Jahr 1922.

Dann gab es einen Abstecher nach Griechenland. Im 18. Jahrhundert galt die griechische Insel Kythera als Inbegriff für das Reich der Liebe. Poulenc hat dem Mythos seinen Musette-Walzer „L’Embarquement pour Cythère“ für zwei Klaviere gewidmet.

Weiter ging die musikalische Reise in die Hauptstadt Andalusiens, nach Sevilla. Die Suite für Flöte und Klavier „Sevillanas“ stammt aus der Feder des Spaniers Isaac Albéniz; sie wurde gespielt von Alice Guinet und Yume Hanusch. Mit Jazzelementen, Ragtime und Sambarhythmen in der Suite „Scaramouche“ von Darius Milhaud endete schließlich ein bravouröser erster Teil. Moderierend begleitet wurde die Auswahl von Dr. Peter Hanusch, der humorvoll den Blick in das Zeitgeschehen rund um die Komponisten richtete.

Bis heute zählt „Carmen“ zu den Welterfolgen in der Operngeschichte. Vielen gilt sie als „spanischste“ aller Opern, auch wenn ihr Komponist Franzose war. Georges Bizet durfte die wachsende Popularität seines Meisterwerks nicht mehr erleben. Er erlag 1875 im Alter von 36 Jahren einem Herzanfall, drei Monate nach der Uraufführung, nach der „Carmen“ von der Kritik zunächst völlig verrissen wurde. Yume Hanusch hat die bekanntesten Kompositionen in einer Fassung für Kammerensemble mit Flöte, Violine, Cello, Percussion und Klavier neu arrangiert und zu den einzelnen musikalischen Bildern eine neue Handlung erdacht. Christine Krebs am Schlagwerk ergänzte das Ensemble. Katja Lichtenauer illustrierte die Erlebnisse von Carmen und ihren Freunden mit farbenfrohen Aquarellen. Max Dietrich erzählte die Geschichte einer jungen Carmen, die sich auf die Suche nach ihrem Lieblingsstier begibt, nachdem dieser von ruchlosen Tierhändlern in die Stierkampfarena verschleppt wurde. Anders als im Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy findet Yume Hanusch` „Carmen“ auch ein Happy End. Schließlich soll das musikalische Abenteuer in den nächsten Wochen auch in der Reihe „Klassik Junior“ rund 2000 Schulkinder in der Region begeistern.

Bei den Erwachsenen ist es auf jeden Fall schon mal gelungen.

 

© OVB / Wolfgang Janeczka

 

 

OVB - Wasserburger Zeitung, 29.10.2015

Große Musik für kleine Ohren

Sanfte Klaviermelodien, unbeschwerte Flötenklänge, die melancholischen Töne von Violine und Violoncello und rhythmische Percussion - wie unterschiedlich klassische Musik klingen kann, zeigt das neue Klassik-Junior Konzert "Peer Gynt". In der von Yume Hanusch eigens entwickelten Fassung werden die Kinder anhand einer spannenden Geschichte durch ein imposantes Konzert geführt, ganz nach dem Motto: "Große Musik für kleine Ohren".

Edling - Nach Robert Schumann, Antonio Vivaldi, Camille Saint-Saëns, Modest Mussorgsky und Peter Tschaikowsky ist in der sechsten Auflage des Kinderkonzert "Klassik Junior" im Krippnerhaus der norwegische Komponist Edvard Grieg an der Reihe. Seine Schauspielmusik zu Henrik Ibsens Gedicht "Peer Gynt" ist das wohl berühmteste Werk des Komponisten, die "Morgenstimmung", gehört zu den bekanntesten Stücken überhaupt.

 

Kindgerecht kann man die grausame Handlung von Ibsens Gedicht jedoch nicht wirklich nennen. Die Pianistin und Leiterin der Kinderkonzert-Reihe, Yume Hanusch, hat deswegen eine eigene Quintettfassung von "Peer Gynt" arrangiert - passend zum Text von Max Dietrich, der das Abenteuer eines kleinen Jungen namens Peer Gynt spannend erzählt.

Peer schleicht sich vor Sonnenaufgang aus dem Haus, um mit seiner Freundin Anitra die Berge zu erkunden. Dort werden die beiden von Trollen und dem bösen Bergkönig gefangen genommen. Dank einer List gelingt es ihnen, sich zu befreien - am Ende geht zum Glück alles gut aus. Katja Lichtenauer hat eigens für die Inszenierung passende Bilder gestaltet, immer mit der kritischen Unterstützung ihrer eigenen Kinder. Man habe "Hand in Hand" miteinander gearbeitet, erzählt Max Dietrich. Die Geschichte musste an die Musik angepasst werden, die Bilder an die Geschichte und andersherum.

Entstanden ist letztendlich ein rundum gelungenes Gesamtkonzept, "Klassik Junior" ist mehr als nur ein simples Kinderkonzert. Die hochkarätige Besetzung führt die Kinder lautmalerisch durch die Geschichte, kurze Erklärungen durch Max Dietrich helfen den Kindern zusätzlich, die Musikstücke zu verstehen. Als Peer und Anitra den Sonnenaufgang beobachten, können die Kinder in der "Morgenstimmung" einen musikalischen Sonnenaufgang hören:            

Alice Guinet stimmt eine sanfte und verträumte Flötenmelodie an, schließlich "erwacht die Natur ja erst", erklärt Dietrich. Dann greift Marija Hackl mit der Violine das Thema auf, langsam steigen Birgit Saßmannshaus mit dem Violoncello und Yume Hanusch mit dem Flügel ein. Zusammen spielen die Musiker eine kraftvolle Melodie, für die Kinder wird klar: Jetzt ist der Tag ist angebrochen. Dank der Erläuterungen gelingt es leicht, in den Trillern der Flöte Vogelgezwitscher und in den hellen Klaviermelodien das glitzernde Meer zu hören.

Die Geschichte zeigt den Kindern, wie Musik Gefühle darstellen und übermitteln kann. Als Peer und Anitra einsam und traurig in der Höhle der Trolle einschlafen, sorgt eine gedämpfte und melancholische Melodie in Moll für gedrückte Stimmung, die immer wieder einsetzenden hohen Geigenklänge klingen wie Klagen. Kurz zuvor ist Anitra noch zur unbeschwerten leichten Flötenmelodie, über die Wiese getanzt, begleitet vom fröhlichen Staccato des Klaviers und den auf Violine und Violoncello schnell gezupften Tönen. Ganz im Gegensatz dazu steht das Gewitter, das Christine Krebs mit Percussion und das Ensemble später in der Geschichte mit dissonanten und bedrohlichen Klängen musikalisch darstellen.

Einmal dürfen die Kinder in der Erzählung auch selbst gestalterisch aktiv werden. Als Trolle in der Höhle um Peer und Anitra schleichen, sprechen die Kinder das berühmte Bergkönigthema mit. Der Sprechgesang "Tannenzapfen Regenwurm Regenwurm Regenwurm. Tannenzapfen Hagebutte Stachelbeere Frosch" darf dann in Begleitung der Musiker immer lauter und schneller werden, bis das Crescendo seinen gewaltigen Höhepunkt erreicht hat: Rund 150 Kinderstimmen unterstützen die bedrohlichen Stimmung.

Es sei immer toll, wenn die Kinder mit eingebunden werden könnten, so Yume Hanusch. Sie möchte den Kindern die klassische Musik näher bringen, in Zeiten wo das Publikum immer älter und die Konzertsäle immer leerer werden. Die Kinder seien sehr aufnahmebereit und leicht für die Musik zu begeistern, so Hanusch. Es gehe vor allem darum, ihnen die Möglichkeit zu geben, überhaupt klassische Musik zu hören, denn wenn man nicht gerade in einer Kulturstadt wie München wohne, sei der Besuch eines klassischen Konzerts nicht selbstverständlich. Yume Hanusch freut sich deswegen besonders, dass sie von Schulen und Kindergärten viel positive Resonanz erhält: "Wo wir einmal waren, sind wir wieder gefragt."

© OVB / Laura Hofner 

 

 

OVB - Wasserburger Zeitung, 30.10.2014 

Große Musik für kleine Ohren                                      

Keine Frage, nur wenige Kinder hören klassische Musik. Aus den Kinderzimmern tönt Beyoncé statt Beethoven, Justin Timberlake statt Tschaikowsky und Rihanna statt Ravel.

 

Viel Applaus gab es am Ende des Konzertes für das "Klassik-junior-Ensemble".

Die Musikanten versammelten sich um den Star der Veranstaltung, den Nussknacker, und bedankten sich für die Aufmerksamkeit der Kinder.

Doch klassische Musik kann nicht nur Erwachsene, sondern auch Grundschüler begeistern, wie das Kinder-Klassik-Konzert im Krippnerhaus beweist.

 

Edling - Bis zur Weihnachtszeit dauert es zwar noch ein bisschen, dennoch brachte das Kinderkonzert mit dem "Nussknacker" schon einen Hauch von Weihnachtsstimmung ins Krippnerhaus in Edling. Doch viel wichtiger ist, dass neben der Vorfreude auf den Heiligen Abend, vor allem die Begeisterung der Grundschüler für klassische Musik geschürt wurde.

Seit fünf Jahren versuchen Yume und Peter Hanusch gemeinsam mit dem Aktionskreis Edling Heimat und Kultur und der Initiative "Klassik im Krippnerhaus" Kindern klassische Konzertmusik, wie die von Vivaldi oder Schumann näher zu bringen.

Deshalb finden jedes Jahr Kinderkonzerte im Krippnerhaus statt. Um den Grundschülern den Zugang zu dieser Art von Musik zu erleichtern, werden Klassikkonzerte ausgewählt, zu denen es Geschichten oder Buchvorlagen gibt. Diese Texte werden dann - genau wie die Musik - kindgerecht aufbereitet und schließlich vorgetragen.

Was im Original meist mehrere Stunden dauert, geht hier in rund 45 Minuten über die Bühne. Bei der Darbietung wird viel Wert auf Verständlichkeit und die Beteiligung der Buben und Mädchen gelegt.

 

300 Kinder pro Tag

Das Konzept stößt auf großen Zuspruch.

Das Resultat: 1200 Kinder, die den Konzerten innerhalb einer Woche lauschten, rund 300 jeden Tag.

"Als wir vor fünf Jahren angefangen haben, sind nur zwei Schulen zu unseren Konzerten gekommen. Jetzt sind es schon elf", berichtete die Pianistin und künstlerische Leiterin der Konzertreihe Yume Hanusch. "Die Schulen arbeiten gut mit uns zusammen", freute sich Peter Hanusch. Heuer seien unter anderem Kinder aus Pfaffing, Edling, Wasserburg oder Maitenbeth ins Krippnerhaus gekommen.

 

In diesem Jahr wurde für die Kinder, passend zum nass-kalten Wetter, die Weihnachtszeit mit dem "Nussknacker" von Peter Tschaikowsky eingeleitet. Als Vorlage für die Geschichte, diente die Erzählung von E.T.A. Hoffmann. Dr. Wolfgang Klein erzählte den aufmerksam zuhörenden Grundschülern von der kleinen Clara, die zu Weihnachten einen Nussknacker geschenkt bekommt. Dieser erwacht zum Leben und kämpft gegen den Mausekönig, den er dann auch mit Claras Hilfe besiegt. Zum Dank nimmt der Nussknacker sie mit in ein Reich voller Süßigkeiten. Als das Mädchen am nächsten Morgen aufwacht, weiß es nicht so recht ob alles nur ein Traum oder doch Wirklichkeit war.

 

Zu den Bildern, eigens gemalt von Katja Lichtenauer, wechselten sich der Erzähler und die fünf Musiker des "Klassik-junior-Ensemles" ab. Alice Guinet an der Querflöte, Sebastian Gigglinger an der Klarinette, Birgit Saßmannshaus am Cello, Christine Krebs an der Percussion und Yume Hanusch am Klavier spielten gekürzte Versionen einiger bekannter Stücke aus dem "Nussknacker" und verdeutlichten den Kindern so die Stimmungen in der Geschichte.

Doch die Buben und Mädchen hörten nicht nur zu, sondern machten selbst mit. Zu den Klängen des "russischen Tanzes" wurde rhythmisch geklatscht und gesprochen. Für viel Gelächter sorgten Bilder von tanzenden Schokoladenriegeln und Zuckerstangen.

 

"Obwohl ich solche Musik zuhause nicht höre, hat mir das Konzert sehr gut gefallen", erzählte die Fünftklässlerin Elina. Ihre Klassenkameradin Cansu ergänzte: "Vor allem das Klatschen im Rhythmus war super".

Eine Lehrerin der Grundschule Edling urteilte: "Es war fantastisch - tolle Musik".

 

Solche Reaktionen bestätigen Yume und Peter Hanusch in ihrem Konzept.

"Die Idee dahinter war, dass Kinder, die zuhause nicht dazu kommen in ein Konzert zu gehen und klassische Musik zu erleben, hier zusammen mit ihrer Schulklasse die Möglichkeit dazu bekommen", erklärte Yume Hanusch. Peter Hanusch fügte hinzu: "Es war uns ein Anliegen, dass jedes Kind Zugang zur klassischen Musik bekommt und die Möglichkeit hat, etwas davon für sich mitzunehmen".

 

"Meistens haben wir eine Bilderbuchvorlage nach der wir gehen können", erklärt die Pianistin Yume Hanusch die alljähriche Vorgehensweise. Doch in diesem Jahr sei es komplizierter gewesen, das Konzert vorzubereiten. Denn nicht nur die Noten, die eigentlich für ein Orchester gedacht sind, mussten umgeschrieben, sondern auch die Geschichte des Nussknackers musste verändert werden. Außerdem wurden zum Text passende Bilder gemalt. Das alles habe sehr viel Zeit in Anspruch genommen, so Yume Hanusch. "Zusätzlich zu Beruf und Familienleben bedeutete die Vorbereitung der Konzerte vor allem viel Abend-, Nacht- und Wochenendarbeit", erzählte die Pianistin, die die Noten umgeschrieben hat. Insgesamt habe man ein halbes Jahr auf das Projekt hingearbeitet.

 

Mehr als ein Hintergrundgeräusch

Bei ihren Konzerten haben die Musikanten eine interessante Beobachtung gemacht: Während die meisten Kinder der Erzählung aufmerksam lauschen, beginnt mit dem Einsetzen der Musik oftmals das Gemurmel. Zurückzuführen ist dieses Verhalten auf die Tatsache, dass Kinder heute Musik häufig nur als Hintergrundgeräusch kennen, als etwas, dass nebenbei läuft, erklärte Yume Hanusch.

Doch gerade das Beispiel der Kinderkonzerte im Krippnerhaus zeigt, wie schön es auch für Kinder sein kann, sich voll und ganz auf klassische Musik einzulassen.

 

© OVB von Patricia Hintermayr

 

Wasserburger Stimme (Bericht und Bilder von Renate Drax), 29.10.2014 

 

Zauberhafte Klassik, die Kinder träumen lässt

In Edling: Faszinierendes Projekt, an dem über 1200 Buben und Mädchen teilnahmen

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 25.10.2014

Kammermusikalische Kostbarkeiten

"Klassik im Krippnerhaus" in Edling:

Märchen, Tänze und Fantasien von der Frühklassik bis zur Gegenwart

 

Seit 2009 bereichert "Klassik im Krippnerhaus" das Angebot an klassischer Musik in der Region. Inzwischen ist aus der Kulturinitiative eine vielbeachtete Reihe geworden, die das Publikum weit über das Umland der Gemeinde hinaus nach Edling lockt.

 

Auch das zehnte Konzert mit Märchen, Tänze und Fantasien aus zwei Jahrhunderten wurde den mittlerweile recht hohen Erwartungen gerecht. Pianistin Yume Hanusch hatte die stimmungsvollen Kompositionen zusammengestellt. Die symphonischen Dichtungen wurden von ihr für ein Kammerorchester neu arrangiert.

Dr. Peter Hanusch führte durch den ersten Konzertteil. Er richtete den Blick hinter die Kulissen der Stücke in die Lebenswelt ihrer Komponisten. Der musikalische Streifzug nahm in Galizien, heute Westukraine, beim Komponisten Franz Doppler seinen Anfang. Aus dessen Feder stammt die "Fantaisie Pastorale Hongroise" für Flöte und Klavier, hinreißend gespielt von Alice Guinet und Yume Hanusch.

In die Welt der Oper führte das nächste Stück, arrangiert für Flöte, Cello und Klavier. Cellistin Birgit Saßmannshaus komplettierte den "Reigen seliger Geister" aus "Orpheus und Eurydike" von Christoph Willibald Gluck. Während Ovid in seinen "Metamorphosen" die Sage tragisch enden ließ, findet sich im Opernlibretto ein Happy End. Der thrakische Sänger Orpheus wird im Elysium empfangen und kann seine geliebte Eurydike schließlich aus der Unterwelt befreien.

Frédéric Chopin komponierte die nächste Darbietung, überzeugend umgesetzt von Yume Hanusch. Das "Fantaisie-Impromptu" in cis-Moll vereint feinste Klangfarben mit atemberaubender Emotionalität. Es gilt als äußerst schwierig - weniger von den Noten her als vom Anspruch, die optimale Balance zwischen Atmosphäre, Gefühl und Klang zu finden. Das Impromptu für Klavier wurde sechs Jahre nach Chopins Tod veröffentlich und zählt zu seinen Meisterwerken.

Mit Astor Piazzollas "Libertango" und einem Musette-Walzer von Gus Viseur folgte ein stimmiger Wechsel zur zeitgenössischen Musik. Die dominierende Rolle des Akkordeons wurde dabei elegant durch das Klarinettenspiel von Sebastian Gigglinger übernommen. Beendet wurde der erste Teil dieser kammermusikalischen Kostbarkeiten schließlich mit den "Ungarischen Tänzen" von Johannes Brahms.

Märchenhaft präsentierte sich der zweite Teil des Abends. Er war einer Premiere gewidmet: "Der Nussknacker" von Peter Iljitsch Tschaikowsky in einer Transkription für Flöte, Klarinette, Cello, Percussion und Klavier von Yume Hanusch. Percussionistin Christine Krebs ergänzte das Ensemble zum Quintett. Erzähler Max Dietrich führte frei nach E.T.A. Hoffmanns romantisches Märchen "Nussknacker und Mausekönig" durch die 19 Einzelszenen des Balletts.

Clara, Tochter des Medizinalrates Stahlbaum, entdeckt an Weihnachten einen Nussknacker auf dem Gabentisch. Leider geht die Holzpuppe noch am Abend zu Bruch. In der Christnacht, als alle längst im Bett sind, erwacht der schwer lädierte Nussknacker zum Leben, um sich dem gemeinen Mäusekönig entgegenzustellen. Die Zinnsoldaten haben aus Furcht vor den Mäusen die Flucht ergriffen. So hilft Clara, die wach geblieben ist, dem Nussknacker, den Mäusekönig zu bezwingen. Traum und Realität vermischen sich, als am ersten Weihnachtstag der Nussknacker wieder intakt ist - so, als wäre nichts gewesen

Traumhaft war auch die musikalische Umsetzung des Märchens, mit der ein grandioses Kammerkonzert zu Ende ging.

 

© OVB Wolfgang Janeczka 

 

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 11.04.2014 

Kammermusik auf hohem Niveau

Das Turmalin-Quartett begeisterte im Krippnerhaus Edling

 

Es besteht aus vier sympathischen Damen, hat eine hohe musikalische Klangkultur und ist nach einem farbenfrohen Edelstein benannt: das neu gegründete Turmalin-Quartett.

Unter dem Motto "Licht und Schatten" spielten Marija Hackl (Violine), Angela Büsel (Viola), Birgit Saßmannshaus (Violoncello) und Yume Hanusch (Klavier) zwei Klavierquartett-Klassiker von Mozart und Schumann.

Auf dem Programm des Konzerts im Krippnerhaus in Edling standen zudem kleinere Werke von Dvorak und Chopin.  Max Dietrich, der zu den einzelnen Programmpunkten sachkundige Erläuterungen gab, freute sich über die große Resonanz des Publikums.

 

Mehr Licht als Schatten, mehr Helligkeit als Düsternis kennzeichnen Mozarts erstes Klavierquartett in g-Moll, das überhaupt das erste seiner Gattung ist. Den Kopfsatz mit seinem energischen Beginn und seiner gewaltigen klanglichen Entladung spielte das Turmalin-Quartett mit hochkonzentrierter Dynamik und großer Sensibilität. Bereits hier stimmte das Gespräch der Instrumente, herrschte eine musikalische Balance, ein perfektes Miteinander, wie man es jedem Kammermusikensemble nur wünschen kann. Dass aber nach dem ersten Satz gleich Beifall einsetzte, zeigte zwar eine gewisse Unbedarftheit, vor allem aber die große Begeisterungsfähigkeit des Publikums. Das zarte Andante und das heitere Rondo interpretierten die vier Musikerinnen mit einer Farbigkeit, einer Frische und Perfektion, die den Hörer bezauberte.

Dvoraks romantische Stücke op. 75 Nr. 1 und 3 mit ihrer schwelgerischen Melodik mussten da ein wenig abfallen. Von Yume Hanusch behutsam begleitet, spielte Peter Hanusch die mehr an Salonmusik erinnernden gefühlstrunkenen Stimmungsbilder der böhmischen Volksseele mit Herzblut, aber ein wenig vibratolastig. Da war es gleichsam eine musikalische Reinigung, als Yume Hanusch mit den Études Nr. 1 und Nr. 12 op. 25 einen Chopin erklingen ließ, der aller düsteren Dramatik und Leidenschaftlichkeit zum Trotz frei war von jeglicher Sentimentalität. Ihr Spiel im Allegro sostenuto war voller Zartheit und Durchsichtigkeit, licht, hell und klar, in der C-Moll Étude stürmisch und ausdrucksstark.

Mit Schumanns Klavierquartett in Es-Dur op. 47 erreichte das Konzert seinen musikalischen Höhepunkt. Mit welcher Harmonie, welcher Klarheit und Unmittelbarkeit das Turmalin-Quartett dieses Wunderwerk zu Gehör brachte, war ein großer Genuss. Wie im ersten Satz nach dem leise tastenden Beginn die vier Musikerinnen das erste Thema auseinandernahmen, wiederholten und harmonisch variierten, zeigte erneut ihre hohe klangliche Kunstfertigkeit.

Die Lyrismen im Scherzo, die wiegende Melodik im Andante, in dem die anderen Instrumente das zarte Cellothema im dialogischen Wechsel feinsinnig weiterführten, schließlich das Finale mit den harten Akkordschlägen und absteigenden Sechzehntel-Figuren spielte das Turmalin-Quartett derart makellos, dass zum Schluss zu Recht begeisterter Beifall aufbrandete. Die Zugabe aber, der "Liebesgruß" von Edward Elgar, gefällig und geschmeidig dargeboten, verbreitete eher wieder Kaffeehausatmosphäre. Da wäre noch einmal ein kurzer Satz von Mozart oder Schumann passender gewesen.

 

© OVB Georg Füchtner

 

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 25.3.2014

Wenn die Bilder tanzen

Proppenvoll war der Saal im Edlinger Krippnerhaus. Rund 200 Besucher, vor allem Eltern, Freunde und Verwandte, kamen zu der Premiere des Musiktanztheaters in der Reihe "Klassik junior aktiv": 45 Kindergarten- und Schulkinder ließen die weltberühmten "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky (1839 - 1881) auf der Bühne lebendig werden.

 

Edling - Die Aufregung der jungen Protagonisten im Alter zwischen fünf und zehn Jahren füllte am Wochenende den Raum lange vor Beginn mit freudiger Erwartung.

Zehn Bilder hatte Mussorgsky nach einem Besuch einer Gemäldeausstellung seines Freundes Viktor Hartmann 1874 vertont. Erst im Oktober vergangenen Jahres war das als Klavierzyklus angelegte Stück im Rahmen von "Klassik junior" für Kindergarten- und Schulkinder aus Edling und Umgebung unter der musikalischen Leitung von Yume Hanusch aufgeführt worden.

Stand bei dem für Kinder aufbereiteten, klassischen Konzert noch die Musik im Vordergrund, waren diesmal die Kinder als Akteure gefragt: als Tänzer, Schauspieler und auch Maler.

 

Ihre Musikbegeisterung und Kreativität brachten die Nachwuchskünstler dann auch mit viel Eifer und Mut zur kleinen Panne auf die Bühne. Mal tänzerisch grazil, mal ausgelassen hüpfend, dann wieder vorsichtig tastend bewegten sich die Kinder vor einem treffenden wie schlicht gehaltenen Hintergrund über die Bühne. Die Ausstellungsführung übernahmen ebenfalls zwei Kinder - Eva Baumann und Vitus Waldherr - , begleitet von dem Erzähler Dr. Wolfgang Klein, welcher Marko Simsas Textvorlage folgte.

Ganz gleich, ob "Die Gnome" mit ihren großen Ohren durch den angedeuteten Wald krochen, ein Troubadour um die Gunst der grazilen Prinzessin warb oder "Die spielenden Kinder" eine längst vergangene Epoche wiederbelebten: Stets war ihnen die Freude an der Musik und der Spaß an der gemeinsamen Aufführung ins Gesicht geschrieben. "Paul" ruft begeistert eine Kinderstimme laut durch den Saal und der Junge, der den Bauern auf dem "Ochsenkarren" spielt, grinst verstohlen.

Rührend wirkte auch "Das Ballett der Küken in ihren Eierschalen", denn die elf Kindergartenkinder begleiteten das Querflötenspiel selbst mit verschiedenen Klanginstrumenten, bis tatsächlich beim Knacken des Violoncellos ein "Küken" aus dem (Papp)Ei schlüpfte. Viel Applaus ernteten die sieben Mädchen, die die Marktfrauen auf dem "Marktplatz von Limoges" spielten. Virtuos nahmen sie den beim Konzert eingeführten Sprech-Rhythmus "Apfel, Apfel, Birne, Birne und Banane - Zwetschge, Nuss!" wieder auf.

"Ihre Rollen haben die Kinder zum Teil selbst ausgearbeitet. Je mehr sie sich in die Musik hineingehört haben, desto mehr fiel ihnen dazu ein" berichtet die Musikpädagogin Christine Krebs, die gemeinsam mit Yume Hanusch die künstlerische Leitung übernommen hatte. Nur sechs Probewochen hatte es benötigt, erst am Vortag wurde der genaue Ablauf für die Premiere gemeinsam einstudiert. "Das Besondere war die Begeisterung der Kinder für die Musik" sagt Yume Hanusch. Für Bühnenbild und Kostüme hatten Katja Lichtenauer und Sandra Waldherr Zeit und Energie investiert.

Den künstlerischen Rahmen bildeten die 159 Bilder, die von den jungen Konzertbesuchern im vergangenen Jahr zu dem Musikstück gemalt worden waren. Sie alle erhielten als Preis eine Eintrittskarte für das Kino Utopia in Wasserburg.  

 

© OVB Regine Falk

 

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 22.10.2013

Faszination russische Musik

Liebhaber der Klassik kamen beim Konzert "Russische Klangwelten" im Krippnerhaus auf ihre Kosten: Kompositionen aus der Zeit zwischen Romantik und Moderne füllten ein Programm, dessen Virtuosität und Vielfalt kaum Wünsche offenließen.

 

Mit dem Untergang des Zarenreiches, der Oktoberrevolution und der Entstehung der Sowjetunion veränderte sich die russische Kultur grundlegend. Diese Zeitspanne brachte die größten Komponisten hervor, deren musikalisches Erbe einzigartig ist.

Die Organisatoren von "Klassik im Krippnerhaus", Yume und Dr. Peter Hanusch, hatten Glanzpunkte der russischen Klassik zwischen 1878 und 1934 ausgesucht. Ihre Auswahl verdeutlichte mit einem exzellenten Querschnitt die Faszination russischer Musik.

 

Alice Guinet und Yume Hanusch eröffneten den Abend mit Lenskis Arie, arrangiert für Flöte und Klavier, aus der Oper "Eugen Onegin" von Peter Tschaikowski. Das Stück erzählt vom tödlichen Ausgang eines Duells zwischen den Freunden Lenski und Onegin.

 

Drei kammermusikalische Stücke führten ein in das Schaffen von Sergei Rachmaninow, jeweils komponiert für Klavier und Horn, Cello und Klavier sowie Flöte und Klavier. Flötistin Alice Guenet, Cellistin Birgit Saßmannshaus und Hornist Michael Gredler überzeugten mit einer gefühlsbetonten und zugleich vitalisierenden Spielkraft.

Ein ebenso variantenreiches wie anspruchsvolles Allegro-Scherzo aus der Sonate in d-Moll Opus 40 von Dimitri Schostakowitsch entließ das Publikum schließlich in die Pause. Schostakowitsch karikierte den von Josef Stalin aufgezwungen "positiven sozialistischen Realismus" musikalisch oft durch übertriebene Folklore. Damit ging der unangepasste Komponist ein hohes Risiko ein; denn trotz seiner Popularität hing sein Schicksal einzig von Stalins Gnade ab. Schostakowitsch lebte in ständiger Furcht, von den Volkskommissaren verhaftet zu werden. Einige seiner Werke wurden dann auch erst wieder mit der Perestroika aus den Schubladen geholt.

 

Der zweite Teil des Abends war dem Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgski aus dem Jahr 1874 gewidmet. Die einzelnen Sätze beschreiben Gemälde und Zeichnungen des im Jahr zuvor verstorbenen Freundes Viktor Hartmann, die Mussorgski auf einer Gedächtnisausstellung gesehen hatte. Seine Komposition gilt als Musterbeispiel für Programmmusik.

Die Vielfalt der Klangfarben regte auch andere Komponisten an. Es gibt eine Orchesterfassung von Maurice Ravel und eine Rockfassung von Emerson, Lake and Palmer von 1971. Völlig neu hingegen und überaus gelungen wurde die Transkription für Kammerorchester von Yume Hanusch zum Höhepunkt des Abends. Klavier, Horn, Flöte und Violoncello wurden durch die Percussion von Christine Krebs mit dem Klang- und Rhythmuswerk klassischer Orff-Instrumente perfekt ergänzt.

 

Dazu ließ die Moderation von Max Dietrich vom Edlinger "Aktionskreis Kultur und Heimat" aufhorchen. Er wusste manche Anekdote aus den Komponistenbiografien zu berichten. Für das Monumentalwerk "Bilder einer Ausstellung" aber hatte sich der Conferencier etwas ganz Besonderes ausgedacht. Max Dietrich schilderte die Bilder hinter den Sätzen von der "Promenade" bis hin zum "großen Tor von Kiew" mit einem inszenierten Dialog zwischen einem Ehepaar, das die Ausstellung des Künstlers besucht. Die Frau überschätzt sich als Expertin, der Mann hingegen sieht sich als Kunstbanause. Beim Gang von Saal zu Saal finden dann beide zum Genuss.

 

© OVB Wolfgang Janeczka

 

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 16.04.2013

 

Yume und Peter Hanusch musizierten mit Freunden Klassisches

Frühlingsrauschen im Krippnerhaus

 

Kann man den widerspenstigen Frühling auf magische Weise herbei zwingen?

Leider nein! Aber man kann eine musikalische "Frühlingsreise" anbieten, die zumindest dem Publikum im vollbesetzten Edlinger Krippnerhaus den Winter austreibt und eine Atmosphäre unbeschwerter Heiterkeit vermittelt.

 

Yume (Klavier) und Peter Hanusch (Violine) hatten wieder hochkarätige Musiker eingeladen, mit denen sie teils solistisch, teils als Duo, Trio und schließlich Quartett einen erfreulich abwechslungsreichen Abend gestalteten.

Rainer Seidel ließ mit einem fulminanten Fagott-Solo ("Fantasy" von Malcolm Arnold) sofort erkennen, in welch exzellenter Kategorie er als souveräner Meister und Könner einzuordnen ist.

Die Klarinettistin Livia Teuer war eine ebenbürtige Partnerin und begeisterte nicht nur durch Virtuosität, sondern auch durch wunderbar schwebende Farbschattierungen und Ausdrucksvielfalt.

Dass Yume Hanusch eine großartige Pianistin mit schier unerschöpflichen Kraft-reserven ist, braucht hierzulande wohl nicht mehr ausdrücklich betont zu werden, aber dass Peter Hanusch, als verdienstvoller Arzt im "Unruhestand", diesen benutzt, um auch in der Musik seine Professionalität weiter zu steigern, verdient weit mehr als ein lobendes Schulterklopfen.

Gleich zu Beginn ließ er mit dem ersten Satz von Beethovens "Frühlingssonate" keinen Zweifel aufkommen, wohin die Reise gehen sollte: Ein Schwelgen in lauen Lenz-Lüften war angesagt - dies aber auf hohem Niveau! Tonschön und klar ließ er die herrliche Musik aufblühen, umsichtig und nobel begleitet von Ehefrau Yume.

 

Was ist eigentlich "Klassik"? Spötter sagen dazu auch "Opus-Musik"...

Beethoven und Astor Piazolla, Felix Mendelssohn und Benny Goodman, englische Folklore und Max Bruch: Jedenfalls hatte alles auf seine Art und Weise Klasse!

Die auf Purismus verzichtende, sympathisch nonchalante Programmgestaltung brachte nicht nur Unbekanntes zutage, sondern auch ausgesprochene Kostbarkeiten: Wer hätte gedacht, dass Max Bruch, der selbst verbittert war, weil alle Welt außer seinem Violinkonzert nichts mehr anderes von ihm hören wollte, mit seinen Stücken für Klarinette, Fagott und Klavier so reizvolle und substantielle Musik zu bieten hat!

Ein Höhepunkt auch der "Primavera Portena" für Klarinette, Fagott und Klavier von Astor Piazzolla, dem unverwüstlichen argentinischen Originalgenie - aber mit europäischem Schliff!

Die einstige Popularität von Christian Sindings "Frühlingsrauschen" war erfreulich für den Komponisten. Das Stück ist heute allerdings nur noch ernstzunehmen, wenn es eine Yume Hanusch spielt.  Plötzlich wird dieses Tönegeklingel transparent, feine dynamische Unterschiede in Melodie und rauschender Begleitung verschaffen eine Tiefenwirkung, welche diesen Schlager der Sphäre der Salonmusik entheben.

Auch die "Lieder ohne Worte" von Mendelssohn-Bartholdy hat man schnöderweise oft diesem Genre zugeschoben. In der die Melodie betonenden Fassung für Violine und Klavier bewahren diese romantischen Piecen doch ihre strenge Logik, ohne an Charme einzubüßen.

Das Programm brachte es mit sich, dass die Komponisten nicht nur in verschiedenen Epochen, sondern auch sehr unterschiedlichen geografischen Zonen beheimatet sind. So moderierte Max Dietrich nicht nur als getreuer Konzert-, sondern auch als Reiseführer und brachte die Zuhörer sicher und wohlbehalten wieder an den Ausgangspunkt zurück: Beethoven lebte in Wien, und Johann Strauß, dessen "Frühlingsstimmen"-Walzer den triumphalen Abschluss bildete, war schließlich ein Wiener bis in die Fingerspitzen. In diesem Arrangement zeigten sich alle vier Musiker nochmals als ein homogenes Ensemble, das vom Publikum stürmisch bejubelt wurde.

Nach einem so animierenden Frühlingskonzert dürfte sich nun der meteorologische Lenz schon aus Selbstachtung nicht mehr lumpen lassen!

© OVB Walther Prokop

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 26.1.2013

  

"Der Karneval der Tiere" - diesmal gemacht von Kindern

 

Unter dem Motto "Klassik Junior im Krippnerhaus" bietet der Aktionskreis Edling Kultur und Heimat große Musik für kleine Ohren. Mit "Der Karneval der Tiere" setzten 43 Kinder aus Edlinger Grundschule und Kindergärten nun ihre Musikbegeisterung in Form eines Musiktanztheaters um und begeisterten damit Groß und Klein.

 

Edling - "In diesem Dschungel ist ja sonst nie was los", sagte Sprecher Dr.Wolfgang Klein und lud die Gästeschar auf amüsante Weise ein, sich in "den Trubel von Edling" zu stürzen.

Denn Löwen, Elefanten, Schildkröten, Fische und Kängurus, auch ein störrischer Esel, ein wunderschöner Schwan und schnatternde Hühner waren zu "Der Karneval der Tiere" ins Krippnerhaus gekommen.

 

Bereits zum dritten Mal stand dort das wohl bekannteste Werk des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns auf dem Programm, das in seinen Stücken allerlei Tierrufe durch Instrumente imitiert und bekannte Kompositionen persifliert. Während es in den Vorjahren Aufführungen von Erwachsenen für Erwachsene und von Erwachsenen für Kinder gegeben hat, wollten die Kinder heuer auf ihre Art das Werk zur Aufführung bringen. Denn die Suite für Kammerorchester hatte die Fantasie der Akteure beflügelt, und ihre Begeisterung sprang auf das Publikum über.

Kindgerecht aufgearbeitet, war die Freude an der Umsetzung der Musik deutlich spürbar, und von mehreren Zuschauern war zu hören: "Das hätte ruhig noch länger dauern dürfen".

 

Unter der Leitung von Christine Krebs und Yume Hanusch setzten die Kinder von vier bis zehn Jahren ihre Eindrücke der klassischen Musikstücke musikalisch und tänzerisch in Bilder um und ernteten viel Applaus.

Die Kleinsten aus dem Kindergarten machten den Anfang und kamen als Löwen beim Einzug der Tiere gleich groß raus. Unter dem Motto "Ich üb schon mal mein Brüllen" machten sie beim Marsch der Löwen ihre Stellung als König der Tiere klar.

Lebendiges Gegackere herrschte, als drei niedliche Hühnchen samt Hahn die Bühne eroberten, und dann schwangen ganz langsam die Schildkröten ihre kurzen Beinchen zu einem Stück, dessen Grundlage der bekannte Can Can (Offenbach) ist.

Die Parade der Elefanten blies den "berühmten Stampfertanz", ehe die Kängurus zu großen Sprüngen ansetzten. Perlende Klaviertöne begleiteten die bunten Fische, die anschließend um die Algen schwammen und die Bühne in eine stimmungsvolle Unterwasserwelt tauchten.

Die Mühe einer Bäuerin mit ihrem kleinen störrischen Esel sorgte anschließend für Erheiterung, und die Kinder im Publikum quietschten vor Vergnügen ebenso wie bei der Affenbande, die mit ihren Orff-Instrumenten auf der Jagd nach der Banane ausgelassene Melodien spielte.

Das große Flattern kam mit den Vögeln auf die Bühne, und gebannt lauschte das Publikum den mit einer Klarinette intonierten Rufen des Kuckucks.

Ein prachtvoller Schwan glitt dann eindrucksvoll auf den See oder besser gesagt, auf die Bühne. Dieses Stück, als Musik zu dem Tanz-Solo "Der sterbende Schwan“ bekannt, sorgte für viel Beifall und leitete das große Finale ein, bei dem sich alle kleinen Darsteller, die zum Teil auch in mehreren Rollen Großartiges geleistet hatten, noch einmal präsentierten.

 

"Klassik Junior aktiv ist das i-Tüpfelchen und eine wahre Bereicherung für Edling", lobte Bürgermeister Matthias Schnetzer. Da sei es selbstverständlich, dass die Gemeinde mitziehe.

 

Yume Hanusch und Christine Krebs hatten das Konzept erarbeitet und die Aufführung auf die Beine gestellt - mit tatkräftiger Unterstützung von Katja Lichtenauer und Sandra Waldherr, die für die phantasievollen Kostüme und das Bühnenbild verantwortlich waren.

 

Nach dem Besuch der Kinderkonzerte im Oktober hätten die Kinder alles ausprobieren wollen, und der Karneval der Tiere sei spielerisch zum Thema in der musikalischen Früherziehung geworden. Im Dezember sei dann klar gewesen, dass die Kinder ihr Thema zur Aufführung bringen wollten. Damit sei der Versuch, Kindern die klassische Musik näher zu bringen, natürlich voll aufgegangen, freute sich die ausgebildete Konzertpianistin Yume Hanusch.

 

Als Lehrkraft für elementare Musik habe sie die Musik in ihren Unterricht im Kindergarten einfließen lassen, ohne eine direkte Marschrichtung vorzugeben, so Christine Krebs. In erster Linie sollten die Kinder die Musik erkennen, mit ihr vertraut werden und ein Bild vor Augen haben, ohne dabei dressiert zu werden. Aufgegriffen wurde dann, was den Kindern Spaß gemacht habe. Die Kinder hätten alle Rollen ausprobieren dürfen, die Besetzung sei dann nach Neigung und Temperament erfolgt.

Entstanden ist daraus ein unterhaltsames Musiktanztheater, das Zuschauern und Akteuren gleichermaßen Freude bereitet und auch Maßstäbe gesetzt hat.

 

© OVB Auer

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 27./28.10.2012

 

"Klassik junior" zum dritten Mal im Edlinger Krippnerhaus

Wenn der Löwe klassisch brüllt

 

Edling - Wie brüllt der Löwe, wie schreit der Esel, wie hüpft das Känguru? Die meisten Kinder der drei Grundschulklassen aus Edling haben diese Tiere sicherlich schon im Zoo erlebt. Wie sie sich aber noch anhören können, imitiert von Klavier, Klarinette, Querflöre, Geige, Xylophon, Glockenspiel und Cello, davon konnten sie sich beim Konzertbesuch des "Karneval der Tiere" im Krippnerhaus eine Vorstellung machen.

 

"Noch einmal den Löwen !"

Die Kinder waren voll dabei, für die meisten der erste Kontakt mit klassischer Musik.

 

Eine dreiviertel Stunde lauschten die Kinder gebannt dem Erzähler Wolfgang Klein  und den sechs professionellen Musikern, wie die Tiere des Urwalds in die Arena einziehen, miteinander tanzen, spielen, Quatsch machen und sich necken.  

Klein folgte dabei der Textvorlage von Marko Simsa, der die musikalische Suite des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns (1835 bis1921) für Kinder umgeschrieben hat. Die fröhlichen Illustrationen im Hintergrund stammten von Doris Eisenburger.

 

Dank des schauspielerischen Engagements des Erzählers sowie der Interaktion zwischen den Akteuren auf der Bühne und den kleinen Zuschauern wurde es nur für kurze Zeit unruhig in dem vollen Konzertsaal. Mal ahmten die Kinder selbst den Esel nach, wie ihn zuvor die Geige (Peter Hanusch) gespielt hatte, ein andermal zählten sie die Kuckuckrufe (Livia Teuer an der Klarinette) oder hörten die bekannte Melodie von "Morgen kommt der Weihnachtsmann" heraus. Ihrem Wunsch, den Löwen noch einmal "brüllen" zu lassen, kam das Klavierduo Yume Hanusch und Toshiko Yasuda-Brommer gerne nach. Spürbar übertrug sich der Frohsinn der Musik auf die meist konzentrierten Kinder.

"Uns ist es wichtig, Kinder an klassische Musik heranzuführen, Instrumente und wesentliche Werke der klassischen Komposition vorzustellen, unabhängig von der musikalischen Vorbildung aus dem Elternhaus", erklärt die Ärztin und ausgebildete Konzertpianistin Yume Hanusch über den Hintergrund der Veranstaltungen.        "Damit möchten wir eine Angebotslücke in der Region füllen."

"Klassik junior" fand bereits zum dritten Mal statt. Laut den Initiatoren, dem Ehepaar Hanusch, kamen in diesem Jahr rund 1000 Kinder aus Edling, den umliegenden Gemeinden und Wasserburg in den Genuss eines klassischen Kinderkonzertes.

Dank der guten Sponsorenlage und der Unterstützung der Gemeinde Edling liegt der Eintrittspreis bei familienfreundlichen zwei Euro.

"Einmalig" und "eine wahre Bereicherung" findet auch Edlings Bürgermeister Matthias Schnetzer das Engagement der Musiker und des Aktionskreises Edling Kultur und Heimat, das seit 2009 Konzertreihen für Erwachsene wie Kinder organisiert und teilweise selbst umsetzt. 

 © OVB, Regine Falk

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 25.10.2012

Klassik im Krippnerhaus von Edling mit Musik französischer Komponisten

Eine französische Abendunterhaltung

Aufgereiht auf dem Podium des Krippnerhauses von Edling standen sie und nahmen den reichen Applaus entgegen: Die Pianistinnen Yume Hanusch und Toshiko Yasuda-Brommer; Dr. Peter Hanusch und Birgit Saßmannshaus, Violine und Cello; Alice Guinet, Flöte, und Livia Teuer, Klarinette; dann Siegfried Niedermeier, Percussion, und zuletzt Dr.Wolfgang Klein, die unübertroffene Instanz als Sprecher zum bekannten "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Säens (1835-1921).

Eben hatten sie zum zweiten Mal das Finale dieses musikalischen Aufmarsches der Tiere im Galopp genommen; jenes Werk, das als Persiflage auf die damalige Musikszene gedacht war und das der Komponist nur ungern gedruckt sehen wollte aus Angst, es könne seinem Ruf als ernsthaften Komponisten schaden.

Yume Hanusch hatte diese Musik für das hier verfügbare Instrumentarium gesetzt. Freilich überließ sie dabei die Hauptlast dem vierhändigen Klavierduo. Doch das gelegentliche Schrummen in der Tiefe überließ sie klug dem Cello, den Bläsern, dem Xylophon und dem Glockenspiel den Diskant, der Klarinette den Kuckucksruf. Besondere Würze verlieh Dr. Klein dem Werk, indem er lokalen Kolorit geschickt in den Aufmarsch des ganzen zoologischen Gartens einflocht, Mehlwürmern, Kolibris und wem sonst noch seine Stimme lieh. Der flehende Wunsch nach dem "Schwan" wurde erfüllt - und in edlem Ton präsentierte das Cello diesen Ohrwurm dem Publikum.

Nicht vergessen sei, dass dem Ensemble-Galopp eine besinnlichere Zugabe vorausgegangen war: Alice Guinets Flötenspiel betörte mit einem Zwischenspiel aus "Carmen" die Zuhörer, und damit sei auf den ernsteren Teil des Konzertes vor der Pause verwiesen: Mit Gabriel Faure (1845-1924) hatte der Abend begonnen. Die Flötistin ließ alles in Frankreich Erlernte aufleuchten: Das melancholisch-schwebende Timbre typisch französischer Musik des 19. Jahrhunderts, verkörpert in der so charakteristisch gefärbten Manier Faurés, die selbst die so eingängige Musik des Lehrers Saint- Säens in den Schatten stellt. Da gestaltete auch die Cellistin Birgit Saßmannshaus Faurés "Après un Reve" innerlich bewegt.

Eine Etüde von Saint Säens gab Yume Hanusch als Solistin schwer zu arbeiten, bis sie zusammen mit Alice Guinet die Flötensonate von Francis Poulenc aus dem Jahr 1957 aufleben ließ. War nun Poulencs Musik so antiromantisch trocken wie die seiner Mitstreiter aus der "Gruppe der Sechs" des angehenden 20. Jahrhunderts? Keineswegs, denn französisches Parfüm dominiert auch hier, und es war kaum zu ermessen, in welch inniger Zwiesprache Klavier und Flöte vor allem im Mittelsatz ihre Themen verflochten.

So war dieser Abend von "Klassik im Krippnerhaus" eine echte "Soirée Française", und Humorvolles wie Besinnliches kamen zu ihrem Recht. Die Edlinger - und viele "Auswärtige“ - füllten den Saal und zeigten sich beglückt über diesen Abend, welcher der Initiative um Dr. Peter Hanusch und dessen Frau Yume zu verdanken war.

In dieser Woche dürfen auch Kinder aus Schulen der Umgebung den "Karneval" am gleichen Ort miterleben.

 © OVB Dr.Robert Engl

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 21.6.2012

Musikalische Schätze
Triokonzert bei "Klassik im Krippnerhaus" in Edling

von Wolfgang Janeczka © OVB

 

Kompositionen aus der Zeit von der Wiener Klassik bis zur Romantik standen beim Konzert "Klassik im Krippnerhaus" in Edling auf dem Programm. Werke von Mozart, Tschaikowsky, Chopin, Dvorák und Haydn sorgten für ein besonderes Konzerterlebnis.

 

Kammerkonzerte sind meistens schön und interessant. Und es gibt welche, die ragen heraus. Die Konzertreihe "Klassik im Krippnerhaus" ließ in ihrer fünften Fortsetzung jedenfalls keine Wünsche offen. Pianistin Yume Hanusch und Geiger Dr. Peter Hanusch hatten Sonaten, Variationen, Balladen und Tänze der großen Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts ausgewählt. Als Dritter im Bunde konnte der Meistercellist Edgar Gredler gewonnen werden.

Yume und Peter Hanusch eröffneten mit einer Mozartsonate in zwei Sätzen für Klavier und Violine den Abend. Mozart soll das variantenreiche Stück im Jahr 1781 in genau einer Stunde vor Mitternacht zu Papier gebracht haben, wusste Dr. Wolfgang Klein vom "Aktionskreis Edling Kultur und Heimat". Er hatte die Moderation des Abends übernommen und warf einen amüsanten Blick hinter die Kulissen, auf die Stücke und ihrer Komponisten. Wolfgang Klein konnte spannende Episoden aus der damaligen Lebenswelt der Künstler berichten. So befand sich Mozart gerade in einer Experimentierphase, was sich auch in den zwei Sätzen widerspiegelte: Der langsamen lyrischen Einleitung folgte ein dramatischer Mollteil. Klavier und Geige traten in eine lebhafte Beziehung, die in den unterschiedlichen Spielvariationen bis hin zum Pizzicato, also dem Zupfen der Saiten ohne Bogen, elegant zum Ausdruck kam.

Die musikalischen Schätze aus zwei Jahrhunderten waren für Violoncello, Violine und Klavier in variierender Besetzung arrangiert, folgten aber stets einem eingeschlagenen, musikalischen Kontext. Peter Iljitsch Tschaikowskis (1840 bis 1893) "Rokoko-Variationen" entstanden 1876, also knapp 100 Jahre später. Sie waren als Huldigung an sein großes Vorbild Mozart angedacht und sind im Original in neun Sätzen für Violoncello und Orchester komponiert. Das Variationsthema in Rokoko-Manier erinnerte an die Wiener Klassiker, dennoch wurde in seiner musikalischen Sprache ein romantisches Stück im Stil Tschaikowskis deutlich. Pianistin Yume Hanisch übernahm den Orchesterpart. Edgar Gredler überzeugte durch grandioses Cellospiel. Gerade die Variationen verlangten dem Cellisten virtuoses Können ab, eine Herausforderung, die nur mit fast schon akrobatischer Spielart zu lösen war.

Von der bedeutendsten Persönlichkeit in der polnischen Musikgeschichte stammte das nächste Stück, stimmungsvoll interpretiert von Yume Hanusch. Frédéric Chopin (1810 bis 1849) wurde zu seiner "Ballade in F-Dur" op. 38 von seinem Landsmann Adam Mickiewicz inspiriert. Die dramatische Vorlage des Nationaldichters handelt von den Mädchen einer versunkenen Stadt, die in Wasserlilien verwandelt werden, um so den einfallenden russischen Horden zu entgehen. Der ein wenig bewegte Rhythmus des ersten Teiles (Andantino) illustrierte in seiner schlichten Melodie die leise im Wind rauschenden Blumen. Der zweite Teil mit Presto con Fuoco hingegen zeichnete sehr schnell und feurig den Einfall der moskowitischen Horden nach. Das leise Lied der verzauberten Mädchen klang dann in a-moll, der Tonart des dramatischen Teiles, aus.

Weit weniger pathetisch, dafür in folkloristischer Ausgelassenheit fand das Programm mit den "Slawischen Tänzen" von Antonin Dvorák (1841 bis 1904) für Violine und Klavier seine Fortsetzung. Mit der "Introduktion und Polonaise brillante" für Klavier und Violoncello, die Chopin mit 19 Jahren komponierte, nahte der Höhepunkt. Joseph Haydns "Zigeunertanz" vereinte schließlich alle drei Instrumentalisten zur Zugabe. Erst jetzt wurde den Zuhörern richtig bewusst, dass die Zeit längst weit fortgeschritten war und ein grandioses Kammerkonzert zu Ende ging.

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 7.12.2011

Musikalische Experimente
Kammerkonzert im Edlinger Krippnerhaus

von Robert Engl © OVB

 

Der Aktionskreis Edling hat sich in den Jahren seit seiner Entstehung über den Nahbereich hinaus zu einer kulturellen Keimzelle entwickelt. Schon mehr als das.

Es sind Knospen und Blüten, wovon der letzte Abend "Klassik im Krippnerhaus" ein gutes Beispiel abgab. Da musizierten die junge indische Geigerin Kushmita Biswakarma, die Eduard-Brunner-Schülerin Livia Teuer an der Klarinette, der versierte Münchner Fagottist Rainer Seidel, und in einem Heimspiel Yume Hanusch am Klavier.

Ein nicht alltägliches Programm eignete sich vorzüglich dazu, die Zuhörer über passives Zuhören hinaus zu fesseln:

Wer hätte gedacht, dass Beethovens "Gassenhauertrio" mit Klarinette und Fagott so originell klingt, dass die hausbackenere Streicherfassung vergleichsweise eher bieder erscheint, dass die Violinkonzerte Vivaldis, wie der "Winter", der "Sommer", in der Umarbeitung des Orchesterparts aufs Klavier zum Virtuosenstück für beide Instrumente geraten, dass dagegen Liszts bekannte ungarische Rhapsodie den Zirkuseffekt verliert, wenn man die Eskapaden des Komponisten auf Klavier und Geige verteilt, womit das Stück zur gefälligen Unterhaltungsnummer wird?

Es war eben das musikalische Experiment, welches so ein Konzert auf das Niveau des Besonderen hob. Abendfüllend, doch nicht weniger amüsant, hatte das Trio aus Bläsern und Klavier noch ein Gelegenheitswerk Mendelssohns zu bieten, und so einige Zugaben mehr.

Es war beachtlich, wie Kushmita Biswakarma alle Facetten virtuoser Geigenkunst souverän beherrschte, wie Livia Teuer den Schmelz ihrer Klarinette ausspielte, wie routiniert Rainer Seidel das Fagott zu Kantilene und markanter Begleitung nutzte.

Die Hauptlast des Abends trug jedoch Yume Hanusch am Klavier: Meisterhaft passte sie sich bei Beethoven, bei Vivaldi, Mendelssohn und Liszt an die anderen Instrumente und den jeweilig gebotenen Stil an. Bei Chopin aber kam ihre Musikerseele ganz zum Vorschein. Einmalig, wie sie beim h-Moll-Scherzo atemberaubende Geschwindigkeit in große Atembögen ummünzte, das polnische Lied im Mittelteil zur großen Klage erhob. Nichts von virtuosem Gehabe, reinste Passion, und dies traf auch für das berühmte "Regentropfen-Prelude" zu.

Dank der Mithilfe von Sponsoren des Ortes, durch großzügige Bereitstellung des Flügels - und nicht zuletzt gewürzt durch dezent vorgebrachte Erläuterungen seitens Dr. Klein und Dr. Hanusch, wurde dieses Konzert im vollbesetzten Saal des Krippnerhauses ein rundes Ereignis.

 

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 31.3.2011 

"Klassik im Krippnerhaus" begeisterte das Publikum

Opernarien, Barockmusik und frecher Flötenrap 

31.03.11| von Wolfgang Janeczka

 

Mut zur Kreativität bewies die noch junge und schon sehr erfolgreiche Konzertreihe "Klassik im Krippnerhaus" in Edling in ihrer dritten Fortsetzung. Barocke Flötenmusik, Opernarien der Romantik und Zeitgenössisches boten ein kontrastreiches und in sich stimmiges Programm.

Die Organisatoren Yume und Dr. Peter Hanusch hatten mit den Künstlern Glanzpunkte aus über drei Jahrhunderten klassischer Musik zusammengestellt, die keine Wünsche offen ließen. Christine Schreier und Maria Purzeller eröffneten den Abend mit einer anspruchsvollen Serie variantenreicher Instrumentalstücke. Unterstützt wurden die Flötistinnen von Sabina Schreier, die jeweils am Cembalo oder Violoncello begleitete.

Oft werden Blockflöten nur mit Kinderliedern assoziiert. Dabei war die Flöte über lange Zeit tragendes Instrument höfischer Musik. Das zeigt auch das umfangreiche musikalische Erbe der barocken Meister. Selbst in der zeitgenössischen Musik hat die Blockflöte ihren verdienten Platz. Das Intermezzo "Articulator I" aus der Feder von Blockflötenprofessorin Agnes Dorwarth stellte sogar die Hip-Hop-Tauglichkeit der Flöte unter Beweis. Maria Purzellers Interpretation mit Sprechgesang und artikulierten Flötenklängen erwies sich als frecher Flötenrap. Welch beeindruckendes Klangspektrum Sopranblockflöten entfalten können, machte die "Aria sopra la Bergamasca" bewusst. Marco Uccellini komponierte den schnellen, bäuerlichen Tanz um 1642 in der Emilia-Romagna. Das reizvolle Stück, rhythmisch zwischen Sirtaki und Tarantella angelegt, gab einen Einblick in die komplexe Vielfalt der Flötenmusik. Telemanns Duett in g-Moll für zwei Altblockflöten knüpfte daran nahtlos an und unterstrich die Virtuosität der Künstlerinnen.

Welche spannenden Episoden sich hinter den Komponisten und ihrem Werk verbergen, wusste Dr. Wolfgang Klein vom "Aktionskreis Edling Kultur und Heimat". Sympathisch und mit heiterer Gelassenheit verband er Moderation und Infotainment. So manche Anekdote aus den Komponistenbiografien ließ das Publikum aufhorchen. So hatte Francois Couperin, Freund und Lieblingskomponist von Sonnenkönig Ludwig XIV, sein Cembalostück "Le Tic-Toc-Choc ou Les Maillotins" den Parisern Bürgern gewidmet. Die waren im Jahr 1382 wegen zu hoher Steuern mit kleinen Bleimeißeln, den sogenannten Maillotins, aufmarschiert, um das Rathaus zu erstürmen. Auch im Arrangement für Sopran-, Altblockflöte und Cello war das Hämmern der Meißel deutlich zu vernehmen.

Den großen Opernarien war der zweite Teil des Abends gewidmet. Sopranistin Judith Spiesser offenbarte ihr außergewöhnliches Talent. Sie wurde musikalisch begleitet von Dirigent und Pianist Dr. Franz Hauk am Klavier und Christoph Bachhuber, zweiter Soloflötist der Münchner Staatsoper. Die Opernsängerin brillierte in der Rolle der "Norina" aus Gaetano Donizettis Belcanto-Oper "Don Pasquale" ebenso wie als "Olympia" in "Hoffmanns Erzählungen". Im Libretto der "Phantastischen Oper" von Jacques Offenbach ist E.T.A. Hoffmann der Held, der den Figuren seiner Geschichten begegnet. So muss Olympia als mechanische Puppe immer wieder neu aufgezogen werden, wenn man ihrem Gesang lauschen will - was Flötist Christoph Bachhuber gerne übernahm. Neben ihrer technisch ohnehin perfekten Stimme verfügt Judith Spiesser zudem über das nötige schauspielerische Talent. Zum Finale mit Giuseppe Verdis "La Traviata" sang die ausdrucksstarke Sopranistin mitten im Publikum. Den Gästen übertrug Judith Spiesser die Rolle des Chors - und die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt.

 

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 08.12.2010 

Sternstunde der Kammermusik

Das zweite Konzert der Reihe "Klassik im Krippnerhaus" zeigte, dass großartige Musikveranstaltungen auch in kleiner Besetzung und in kleinem Rahmen möglich sind.   Vier virtuose Instrumentalisten bewiesen in Edling ihr Können und erfreuten mit Kammermusik zwischen Spätbarock und Romantik.

  

von Wolfgang Janeczka © OVB

 

Pianistin Yume Hanusch und Geiger Dr. Peter Hanusch eröffneten den Abend mit Mozarts Sonate in G-Dur für Klavier und Violine. Der Dialog zwischen Tasten- und Streichinstrument wurde vom Ehepaar Hanusch überaus stimmungsvoll in Szene gesetzt. Mozarts heitere Duo-Sonate von 1778 ist wohl seiner Verliebtheit zu Aloysia Weber zu verdanken. Die Sängerin hatte das 22-jährige Genie auf seiner Konzertreise nach Paris begleitet, sein Werben aber beharrlich abgelehnt. Erst vier Jahre später sollte Wolfgang Amadeus Mozart bei Aloysias jüngerer Schwester Constanze Gehör finden. Auf Mozarts Sonate folgte Robert Schumann (1810 bis 1856) mit drei Fantasien für Klarinette und Klavier. Die Soiree-Stücke entstanden innerhalb von zwei Tagen zurzeit der Märzrevolution 1848. Als Kompositionen stehen sie stellvertretend für Schuhmanns instabilen Gemütszustand, der ständig zwischen Manie und Depression schwankte. Musikalisch brachte Schumann seine Stimmung durch rasche Tempo- und Harmoniewechsel zum Ausdruck. Klarinettistin Livia Teuer zeigte in den schwierigen Passagen ihre besondere Kompetenz. Noch im Studium spielte die gebürtige Ungarin schon in renommierten Orchestern wie den Münchner Philharmonikern und beim Staatstheater am Gärtnerplatz.

Bereits zu Lebzeiten wurde Louis Spohr (1784 bis 1859) berühmt. Er galt neben Paganini nicht nur als größter Geiger seiner Zeit. Sein Wirken umfasst auch über 200 Kompositionen. In Spohrs "Adagio für Fagott und Klavier" in F-Dur brillierte Rainer Seidel, Ehemann von Livia Teuer und langjähriger Fagottist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Mit einer Ballade für Klavier von Frederic Chopin stellte wiederum Yume Hanusch ihre besondere musikalische Ausdruckskraft unter Beweis.

So spielten die Paare immer wieder in unterschiedlicher Besetzung. Dr. Wolfgang Klein vom Aktionskreis Edling Kultur und Heimat e.V. erzählte zwischen den Stücken spannende Episoden zu den Komponisten und ihrem Werk. Trotz musikalischer Genialität nahm deren Leben oft einen tragischen Verlauf. Im Zusammenwirken zwischen Musik, Information und Unterhaltung aber entstand so eine Sternstunde der Kammermusik.

Im weiteren Verlauf kam schließlich Tschechiens Nationalkomponist musikalisch zu Wort. Peter und Yume Hanusch spielten "Aus der Heimat", zwei Duette Violine und Klavier. Auch Bedrich Smetanas Leben verlief bestürzend und endete im Irrenhaus. Er konnte die im Jahr 1880 entstandene Komposition in ihrem ansteigenden Tempo von Moderato bis Allegro vivo nur noch in Gedanken hören. Als Smetana sie zu Papier brachte, war er bereits mehrere Jahre aufgrund einer Spätfolge der Syphilis komplett ertaubt.

Mit "Trio pathétique" in d-Moll von Michail Glinka (1804 bis 1857), geschrieben für Fagott, Klarinette und Klavier fand der Abend seinen Abschied und zugleich Höhepunkt. Zu den Zugaben schloss sich wieder Peter Hanusch mit seiner Violine an.

Ein erstklassiges Quartett konnte einen nicht enden wollenden Schlussapplaus entgegen nehmen.

 

 

Oberbayerisches Volksblatt / Wasserburger Zeitung, 26.04.2010

Klingende Antipasti 

Vielversprechender Auftakt der neuen Reihe "Klassik im Krippnerhaus" in Edling

von Walther Prokop

 

Mediziner und Therapeuten sind häufig nicht nur reine Musikenthusiasten, sondern auch ausgesprochene Könner mit virtuosen instrumentalen oder gesanglichen Fähigkeiten - "Helfen, Heilen, Trösten" eben auf verschiedenen Ebenen!

Dr. Peter Hanusch mit Ehefrau Yume, der international agierenden und mit internationalen Auszeichnungen dekorierten Konzertpianistin, hat nun in Edling mit Elan eine neue Kulturinitiative gestartet: "Klassik im Krippnerhaus". Ein schöner Saal in einem noch schöneren, denkmalgeschützten bäuerlichen Holzhaus gibt den stimmungsvollen Rahmen zu klassischer Musik. Nun fiel der Startschuss zu einer in regelmäßigen Abständen geplanten Konzertreihe. Zum Eröffnungskonzert hatte man noch zwei hierzulande bestens bekannte Sängerinnen ins Boot geholt, die Sopranistin Anja Schwarze-Janka und die Altistin Katharina Gruber-Trenker, beide auch im musiktherapeutischen Bereich tätig.

Das Programm? Gleichsam ein "Wunschkonzert", eine bunte Mischung, was halt jeder der Akteure so zu mögen scheint oder grad drauf hat. Klingende Antipasti, die Appetit machen sollen auf die weiteren Konzerte. Auch mal richtig entspannend, wenn dem Ablauf der Stücke nicht ein tiefsinniges Konzept zugrunde liegt. Zudem wird einem wieder bewusst, wie unterschiedlich, ja konträr Musik sein kann, die in den CD-Shops lieblos in eine kleine Nische gepfercht unter der Kategorie "Classic" dümpelt.

Peter Hanusch hatte sich als Geiger den barocken Arcangelo Corelli, den musikantischen Antonin Dvorak, sowie die "graue Eminenz" der französischen Oper, Jules Massenet, mit seiner schmelzenden Meditation ausgesucht und damit sein weitgefächertes Interessengebiet abgesteckt. In seinem böhmischen Element war Peter Hanusch hörbar und mit innerstem Engagement, als er das Finale der Dvorak'schen Sonatine op. 100 mit federndem Rhythmus und klanglicher Akkuratesse gelöst und frei musizierte.

Um gleich bei Dvorak zu bleiben: Die kurzen, prägnanten und doch stimmungsvollen Duette "Klänge aus Mähren" wurden von Anja Schwarze-Janka und Katharina Gruber-Trenker als wahre Delikatessen serviert. Aber auch bei den italienischsprachigen Piécen von Händel oder Mozart wussten die Sängerinnen ihren Part so sprechend, so plastisch zu gestalten, dass der Hörer jedes Wort genießen konnte! Der Abendsegen aus "Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck war natürlich ein willkommener Anlass, auf den Nutznießer der Benefizveranstaltung hinzuweisen, den örtlichen Kindergarten gleichen Namens.

Haben wir etwas vergessen? Nein, den unbestrittenen Star des Abends haben wir bis zum Schluss aufgespart, nämlich Yume Hanusch. Ununterbrochen präsent als Begleiterin oder Solistin strahlte sie eine Energie aus, die sich dem Publikum unmittelbar mitteilte. Frederic Chopins Klavierwerke wurden der Salonatmosphäre völlig entrückt, und mit gläserner Härte und Präzision, ohne jeden Pedalnebel, legte Yume Hanusch unerbittlich die klaren Konturen frei. Sind das überhaupt noch "Vorspeisen" - auf jeden Fall keine vegetarischen... Soll man nun mehr die Solistin bewundern für ihren atemberaubend virtuosen Zugriff, ihre absolute Souveränität? Oder die anpassungsfähige, uneitle Begleiterin, die einen Klavierauszug zum orchestralen Erlebnis werden lässt, dem Basso continuo Corellis aufregende Ausdrucksnuancen entlockt und eine dynamische Bandbreite kultiviert, wo selbst im Pianissimo die Artikulation stets deutlich und bis ins Detail strukturiert bleibt?

Großer Jubel im vollbesetzten Saal des Krippnerhauses, zwei Zugaben, ein vielversprechender Auftakt!